Was hat der Nachbar für sein Haus bezahlt - und wie viel ist meine Immobilie wert? Aktuelle Gutscheincodes für Sport- & Fitnessartikel! Was wurde hineingeschrieben?Mehmet Ateşçi: Die Homosexualität sollte bei mir, weil ich ja Türke bin, irritieren oder unerwünscht sein. Eva Meckbach: Ich denke, da ist die Befürchtung, nicht mehr so gut besetzt zu werden. Haben günstige Klamotten schlechte Qualität? Auf der Schauspielschule war das auch die Begründung: »Wir können dich hier nicht gebrauchen, für dich gibt es keinen Markt.« Dabei sind die Hochschulen dafür zuständig, den Markt zu machen. Hallo, War das unangenehmer als erwartet?Mehmet Ateşçi: Es war sehr irritierend und beängstigend. Eva Meckbach: Das ist auch schon seit Jahrzehnten widerlegt, siehe James Dean, Marlene Dietrich, Rock Hudson. Deswegen gehe ich gern ins Theater: weil ich mich erweitern möchte in meinem Horizont. Im Theater gibt es eine Vielzahl von Rollen, die man nicht-binär lesen kann: Jeanne d’Arc, oder den Puck aus dem Sommernachtstraum. Es war großartig, ein erstes Engagement zu haben, aber doch auch verunsichernd. Das finde ich auch eine schwierige Aufgabe: immer noch total easy mit allem zu sein, was andere falsch machen. Absurd eigentlich, weil wir es ja als Chance begreifen für jeden Einzelnen. Die Gesellschaft ist viel weiter und diverser, als die Entscheidungsträger*innen meinen. Die Kunst des Schauspielens lebt von der Vorstellungskraft und der Empathie – aber was Sie beschreiben, klingt, als habe die Branche selbst kein Zutrauen in diese Kunst. Ich will, dass das aufhört. Die Zeit sei "sehr reif" für ein öffentliches Coming-out, betonte der Schauspieler Jonathan Berlin. Februar miterlebt haben. Mit dem Manifest #actout fordern sie Veränderungen. Und als Frau im Film in Bezug zu einem Mann zu stehen oder kämpfen zu müssen ist auch so ein Auftrag. Und exakt das ist die große Angst für lesbische Schauspielerinnen: dass es da keine Fantasie mehr zu ihnen gibt und sie nicht mehr besetzt werden. Wir brauchen aber nicht so zu tun, als ob das spielerische Unterlaufen von Zweigeschlechtlichkeit ein Modetrend wäre. Und dieser Schritt ist ein Schritt, da rauszutreten, um eine Welt zu erschaffen, in der ich selbst auch leben will. Und mit der Verirrung zu spielen, ob man sich selbst oder eine Verfremdung darstellt. Ja, und die sexuelle Orientierung ist auch immer sehr klar. Es gibt also ein Tabu in der Szene. Für mich ist die Bedeutung dieser Identität, die sie in dem gesellschaftlichen Zusammenhang bekommt, überhaupt nicht die Bedeutung, die sie für mich privat hat. Darauf bin ich stolz. Einer von ihnen ist etwa der "Tatort"- und "Dark"-Star Mark Waschke (48). Hier geht es zur Übersicht der stern-Kanäle. Oder eine Frage: Wer kommt jetzt dran? Von den Körpern, die dargestellt werden.Jonathan Berlin: Was so großartig ist an dem Film Porträt einer jungen Frau in Flammen: Da gibt es bis auf diesen Typen, der dieses Bild bringt und abholt, einfach keine Männer im Film. Und echte Biografien dann irgendwann nicht mehr reichen, und obwohl man politisch einander stützen möchte, wird dann doch marginalisiert. Das heißt, niemand kann sich daran gewöhnen. Wir leben nicht mehr in Zeiten von Charleys Tante. Das war für mich so bedeutsam, dass ich zwölf Jahre später, als wir schon in Berlin gewohnt haben, auf irgendeiner Berlinale-Party Maria Schrader ansprechen musste, weil die für mich sozusagen »die Lesbe« war, obwohl sie es ja gar nicht ist, aber bis heute projiziere ich das auf sie. Ich hatte nicht das Gefühl, dass irgendjemand mir den Rücken stärkt oder dass man an meiner Person wirklich interessiert ist, sondern mehr an dem, was man aus meiner Seele rausschlagen kann. Das sind eher persönliche Gründe. Auch da war es so, dass man den Mann nicht sieht in seiner Lust oder als Objekt, sondern nur die Frau als Objekt zeigt. Aber ich denke, es ist sehr gut, hier heute zu sprechen, ein anderes Zeitalter einzuläuten. Wer arbeitet dort? Würden Sie alle sagen, dass dieses Interview für Sie eine Lebensentscheidung ist?« Es wird die siebte Frage sein, und die sechs Schauspieler*innen, die hier zusammengekommen sind, werden unisono das Gleiche antworten: »Ja!« Sie zeigen sich in diesem Heft als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär, trans* – und fordern von ihrer Branche und der deutschen Gesellschaft, Diversität stärker sichtbar zu machen. Und dieses Bild baut er weiter. Tucké Royale: Ich habe das Gefühl, wenn es denn erzählt wird, dann wird es sehr vordergründig erzählt, und das finde ich super schade. Und dieser Zwiespalt ist riesig: zwischen der abgebildeten Realität auf Bühnen, Leinwänden und Bildschirmen und der gelebten Realität unserer Gesellschaft sowie der gelebten, aber nicht ausgesprochenen Realität in der Branche.Tucké Royale: Ich war als Jugendlicher damit beschäftigt zu queeren, also mir diese Kulturtechnik zu erarbeiten, mich produktiv misszuverstehen oder andere so misszuverstehen, dass ich mich da reinbauen konnte, in die Dominanzgesellschaft. Unser Privatleben soll auch weiter privat bleiben. Es ist ein Kunstwerk. Und die Perlenkette und Armband dazu passend. Dann kam irgendwann die Phase, als wir anfingen, Leute anzusprechen, die wir nicht persönlich kannten, sondern von denen wir es wussten, von denen wir aber nicht wussten, wie sie für sich damit umgehen. Und ich hatte das Gefühl, das musste ich dann auch immer mitspielen. Das Manifest wurde am 5. Ich hatte das Gefühl, man gräbt nach Gold in meiner Biografie. In meinem Erstengagement in Berlin am Gorki-Theater wurde ich zu meinem öffentlichen Coming-out – ich will nicht gezwungen sagen, aber es wurde nahegelegt, dass es jetzt passieren soll. Dazu gehört, seinen Körper nicht zu verstecken. Im Theaterbereich hieß es oft: »Ach ja, das bist ja dann alles du. Wenn man einen Mörder spielt, dann sagt doch auch niemand: »Nein, das mit der Mörderin, bitte mach es nicht. Und wenn man dann sagt, dass das gerade nicht so cool war, und man bemüht sich schon, das nach dem Einmaleins der supernetten Kommunikation zu sagen, dann ist die Person wahnsinnig betroffen, und man muss die auch noch trösten. Das ist ja absurd.Karin Hanczewski: Ich habe das Gefühl, wenn Sexualität dargestellt wird oder ich welche darstellen musste, ist das extrem einseitig. Dabei sollte es doch die normalste Sache der Welt sein. Es geht hier wirklich nur um den Außenblick. Ihre Daseinsberechtigung ist ihre irgendwie geartete Relation zum kompetenten Mann. Der Staat kümmert sich darum. Bei 40 schmeiße ich alle Kleider in den Mülleimer, weil ich nicht will, dass eine Frau wie elfigy meine Kleider trägt. Sei eine Birke, finde ich auch total gut. Deswegen schaut man auch Filme, oder ich zumindest. Sondern man zeigt die, die jetzt noch kämpft. Als ich den Tatort bereits hatte, wurde mir gesagt, ich soll mich nicht outen, bevor ich nicht den Fuß richtig in der Branche habe, und wir wissen ja alle, dass die Leute, die den Fuß so richtig drinnen haben und auch den ganzen Körper, es erst recht nicht tun sollen. Und so weiter. Würden Sie alle sagen, dass dieses Interview für Sie eine Lebensentscheidung ist?Alle: Ja. In einer gemeinsamen Aktion unter dem Hashtag #actout haben 185 deutsche Filmschaffende, Jetzt hatte ich eine Anfrage für so eine Rolle, wo ich erst mal dachte: »Ach ja, Mensch, Frisör, ist ja interessant. Die Sohlen meiner Ballerina Schuhe sind ziemlich abgelaufen. Was für einen Blick auf Sie als Schauspieler*innen wünschen Sie sich?Tucké Royale: Wenn ich irgendwo angekündigt werde, steht da als Erstes: Performer. Dass die Karriere einen Knick erhält.Karin Hanczewski: Es gab einige, die andere Gründe geäußert haben, aber ein Kollege, der auch sehr viel dreht und gut im Business ist, hat abgelehnt und geradeheraus gesagt, dass er Angst hat, nicht mehr so arbeiten zu können wie jetzt. Dort auf der Bühne.« Und das ist natürlich totaler Quatsch. Es ist bloß gerade so, dass heterosexuell, weiß, cis und ohne Behinderung alles spielen darf, und der Rest darf meistens nur sich selber spielen. Deswegen geht es jetzt auch darum, so ungern ich das längerfristig möchte – ich sag’s jetzt mal ganz breit –, dass queere Rollen sozusagen auch von Queers repräsentiert werden sollen. Und mir wurde gesagt, ich solle im Tatort nicht zu viele Karo-Hemden tragen. Ich hatte sogar mal eine längere Affäre mit einem heute sehr bekannten Schauspieler, der immer im Moment, wo eine dritte Person dazukam, die auch eine Öffentlichkeit hat, anfing, mit einer Frau zu flirten oder begehrend über Frauen zu reden, damit man bloß nicht gesehen wird oder in die Richtung rutscht. Nein, Ulrike Folkerts ist großartig. Können Sie das Gefühl der Befreiung beschreiben? Alle Fauxpas, die stattfinden, soll man wegstecken. In einer gemeinsamen Aktion unter dem Hashtag #actout haben 185 deutsche Filmschaffende, Schauspieler und Schauspielerinnen ihr Coming-out "unter anderem als lesbisch, schwul, bi, trans, queer, inter und non-binär" gefeiert. Weil ich das als extrem aggressiv empfinde, diese zwei Botschaften gleichzeitig zu senden: Das ist doch dein Privatding. Godehard Giese: In dem Moment, wo du wahrhaftiger mit dir selbst bist, bist du natürlich auch wahrhaftiger mit den Rollen, mit denen du dich befasst. Weil ich diese Angst habe – und dieses Verstecken macht einen klein. Zeitgleich wurde der Text Manifest #ActOut auf einer eigenen Website veröffentlicht. Das ist ja auch nicht so leicht: einerseits von sich persönlich zu sprechen, eine andere Sichtbarkeit zu wollen – und gleichzeitig bei Rollen nicht auf das Authentische reduziert werden zu wollen.Godehard Giese: Auf jeden Fall. Das geht vielleicht gerade noch im jugendlichen Alter, aber ab dem Zeitpunkt, wo man sich sexuell angeblich gefunden hat in unserer Gesellschaft, kommt so was wie Zärtlichkeit nicht mehr vor.Eva Meckbach: Weibliche Hauptrollen in Film und Fernsehen sind meistens heterosexuell, außer es geht darum, dass zwei Lesben versuchen, ein Kind zu bekommen. Wenn ich ständig mit Jeans und Pulli und Mütze durch die Gegend laufe, dann sei doch klar, dass ich keine Rollen bekomme.Eva Meckbach: Frauenrollen müssen sich fast immer an einer männlichen Figur abarbeiten. Daraufhin habe sie unter anderem gemeinsam mit Mehmet Atesci (34) mit weiteren Stars gesprochen und immer mehr Personen gefunden, die bei #actout mitmachen. Jetzt Baur Gutscheine & Aktionen einlösen und kräftig sparen! Jonathan Berlin: Ich merke, dass sich da etwas verändert. Daran sieht man, wie wichtig diese role models sind.Godehard Giese: Ich habe mal eine Sexszene mit einer Kollegin gespielt. Darum ging es doch schon im antiken Theater – um die Katharsis, dass man nicht nur entdeckt: Wozu bin ich fähig, wenn ich es gespiegelt sehe? Die sind in Rente, die können da den ganzen Nachmittag liegen. Rechnet es sich, die neu besohlen zu lassen? Inzwischen. Schauspieler und Schauspielerinnen outen sich als schwul und lesbisch. Unsere Autorin hat vier von ihnen begleitet – darunter ihren eigenen Bruder. Männer wissen Bescheid, sie haben einen Plan, und der wird dann auch ausgeführt. Anlässlich des Coming-Out-Days am 11. Die bilden aus. Wenn ich ständig mit Jeans und Pulli und Mütze durch die Gegend laufe, dann sei doch klar, dass ich keine Rollen bekomme. Es ist klar, dass die Frau dabei irgendwie gut aussehen muss. Fast 200 deutsche Filmschaffende haben gemeinsam ihr Coming-out bekanntgegeben. Auch mir. Zum Beispiel Frauen, die mit einem Mann zusammen sind und dann merken: »Ah, jetzt bin ich einer Frau begegnet, die mich anzieht.« Meine erste Rolle war eine Postbotin, da war die Beschreibung: »wildes Haar, gelbes Kostüm«. 185 deutsche Schauspieler/innen feiern ihr Coming-out Schauspieler und Schauspielerinnen outen sich als schwul und lesbisch. Aber auf dem Markt, an den Theatern sind es zwei Drittel Männer, ein Drittel Frauen. Ich lüge. Dann zieht meine Freundin Elfi (die richtige Elfi) mit mir los und wir kaufen 10 neue. Es war sehr irritierend und beängstigend. Und das Raster an Rollen, die dann kommen, ist auf Probleme beschränkt.Jonathan Berlin: Das hat viel mit Professionalität zu tun. Man traut sich noch nicht, die wirklich kompetente Frau zu zeigen, unabhängig von Typen drum herum. Und wie geil wäre das denn? Deswegen haut es mich auch gerade aus der Kurve. Günther Kugler betreut als Sozialarbeiter in einem Jugendzentrum in Hanau Jugendliche, die den tödlichen rassistischen Anschlag am 19. Der Juni ist der Pride-Monat und um diesen gebührend zu feiern, schauen wir uns die Prominenten an, die mutig waren und in diesem Jahr ihr Coming-out hatten. Dämonisiert wurde das öffentliche Coming-out, jenes vor dem Publikum, vor der Öffentlichkeit. Das sind eigentlich die Fragen, mit denen sich Figuren beschäftigen. Aber die Frage bleibt, wie es besetzt ist. Es würde sich dabei um Spangenpums handeln mit einem kleinen Absatz. Dagegen wollen 185 Schauspielerinnen und Schauspieler nun vorgehen: In der aktuellen Ausgabe des "SZ Magazins" outen sie sich deshalb als lesbisch, schwul, … Ich habe 40 Kleider und 40 Paar Schuhe. Ich weiß nicht, ob er das heute noch macht, aber als er das damals machte, lief zwischen uns was. Es wird aus der Männer-Perspektive, mit dem männlichen Blick erzählt. Ich sehe da keine Figuren, an die ich irgendwie andocken kann. Wie werden in Ihren Augen überhaupt Körperlichkeit und Lust dargestellt?Tucké Royale: Körperlichkeit und Lust sind oft an Jugend gebunden, und es ist oft auch eine Lifestyle-Frage. Wer darf das spielen?Mehmet Ateşçi: Im Prinzip sollte jeder alles spielen dürfen. Wir werden doch an den Schauspielschulen auch dazu ausgebildet, dass man als Schauspieler*in offen sein muss. Es gibt bestimmte Stereotypen, was weiblich ist. Godehard Giese: Ich hatte neulich ein Gespräch mit einem Regisseur, es ging darum, ob man eine Rolle, die schon geschrieben war, nicht auch einfach schwul anlegen könnte. Mir hat auch mal eine Person, mit der ich zusammengearbeitet habe, vor einer Veranstaltung gesagt, jetzt müsse ich mich aufpimpen, mir solle der Redakteur ruhig mal in den Ausschnitt gucken können. Aber Geschichten zu erzählen, wo Männer gar nicht so wichtig sind, oder wo sie begleitend sind, aber nicht im Mittelpunkt stehen, weil man sich nicht an ihren Geschichten abarbeitet, an ihren Bedürfnissen, oder ihnen hilft, sie begleitet, sie versteht – das sehe ich total selten. Wir haben einen Moment der Unlust gespielt.Godehard Giese: Prinzipiell muss ich sagen, dass ich sehr selten Männerkörper entblößt sehe. Der Robert-Karow-Darsteller aus der Berlin-Ausgabe der Krimireihe ist dabei in illustrer Gesellschaft: Auch Karin Hanczewski (39) alias Kriminaloberkommissarin Karin Gorniak in der Dresden-Ausgabe des "Tatorts" findet sich auf der langen Liste. Zu dem Zeitpunkt war ich zwanzig, da habe ich vor Angst natürlich die Klappe gehalten.Tucké Royale: Ich habe ja sehr viele Coming-outs hinter mir. Wie sieht das aus? könnte ich die auch mit Socken tragen ? Tucké Royale: Im Grunde fehlen natürlich auch Darstellungen von nicht-binären Menschen oder Figuren in Transition und intersektional angelegte Charaktere, wo Geschlecht, Sexualität, Hautfarbe und Herkunft nicht automatisch im Vordergrund stehen. Ein lesbischer Love Interest. Mehmet Ateşçi, inwiefern ist es für Sie eine besondere Situation, welche Stereotype werden Ihnen zugeschrieben?Mehmet Ateşçi: Ich muss da differenzieren zwischen Theater und Film. Also sich vollsaugen muss mit dem, was gesellschaftlich passiert. 1970er Jahre 1970. Jetzt Gasvergleich durchführen & bis zu 720€ sparen! Der wurde auf dem Queer Kampala International Filmfestival in Uganda gezeigt. Das ist eine Verteilungsfrage. Eine Freundin von mir hat wahnsinnig Angst vor aller Ablehnung, weil sie bei ihren Eltern homophobe Erfahrungen gemacht hat. Wenn man eine Transition macht, werden einem die schlimmsten Steine in den Weg gelegt, die man sich vorstellen kann …Tucké Royale: Man wird für psychisch gestört erklärt.Eva Meckbach: Genau. Oder wenn in einer Szene die Hand meines Freundes über meine wischt, soll mir das unangenehm sein, weil niemand wissen soll, dass ich schwul bin. Das Double war dreißig. Besetzung und Stab von Coming Out, Regisseur: Heiner Carow. Liste der Besetung: Matthias Freihof, Dagmar Manzel, Dirk Kummer u.v.m. Sondern: Warum ist wer neidisch auf jemanden? Es ist für mich fast ein Akt von Selbstliebe. In einer gemeinsamen Aktion unter dem Hashtag #actout haben 185 deutsche Filmschaffende, Schauspieler und Schauspielerinnen ihr Coming-out "unter anderem als … Sie argumentieren mit »dem Publikum«, und das ist natürlich Quatsch. Das war die Kunst der Travestie in real life. Es ist halt nicht eine sexuelle Praktik, sondern es ist eine Frage von Identität. Und ich vermute, dass manche jetzt den Rückschluss ziehen werden: »Ah, jetzt verstehen wir, warum sie so spielt!« Dass das dann in Verbindung mit meiner Sexualität gebracht wird. Ich möchte mir Unterwäsche von Victorias Secret kaufen. Das Immunsystem stärken – die acht besten Tipps für wirksamere Abwehrkräfte. Wer ist schuld daran, dass komplexe Figuren, reale Körperlichkeit und Lust nicht repräsentiert werden? Ich habe zwar gehört, dass man in Deutschland Körpercreme, Duschgel und allgemein Körperpflege von Victorias Secret bekommt, habe aber bisher noch keine Unterwäsche bekommen. Und ich glaube, dass wir da echt gefordert sind, gerade bei Bettszenen oder so darauf zu achten: Wie ist gerade die Perspektive der Regie darauf? Dass Homosexualität, Queerness eine positive Identität in dieser Welt wird. Es ist ein mutiger Schritt: 185 Schauspielerinnen und Schauspieler outen sich in der aktuellen Ausgabe des ´SZ Magazins´ als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, … Im Verlauf meines Studiums waren es immer die grotesken Frauenrollen, die ich spielen sollte. Da sagt aber niemand: »Warum behelligt der mich damit?«Eva Meckbach: Genau. Im Coronatagebuch erzählt er, warum der Versuch, dieses Trauma zu bewältigen, jetzt fast unmöglich ist. Es ist auch eine Jobangelegenheit. Und vor allem sind wir Künstler*innen, die ihren Job vernünftig machen wollen.Karin Hanczewski: Das ist eine Antwort auf die letzte, aber auch auf die erste Frage: Mir geht es auch darum, eine positive Identität zu zeigen. Ich glaube, man kann dort eine andere Lesart trainieren. Daraufhin fingen Godehard und ich an, über ähnliche Erfahrungen, die wir in unserem Berufsleben gemacht haben, zu sprechen. Aber dass wir alle das darstellen können, was wir nicht sind, haben wir jahrelang bewiesen. Ebenfalls Teil von #actout sind, um nur einige zu nennen: Ulrich Matthes (61), Schauspieler und Präsident der Deutschen Filmakademie, Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann (71), die Schauspieler Godehard Giese (48), Knut Berger (46), Gerd Wameling (72) und Anian Zollner (51) sowie die Schauspielerinnen Mavie Hörbiger (41), Eva Meckbach (40), Katja Bürkle (43) und Nadine Wrietz (46). Ich hatte sehr große Angst, nicht in meinen Beruf reinzukommen, keinen Studienplatz zu bekommen, Angst, wieder rauszufliegen. In einem gemeinsamen Manifest heißt es unter anderem: "Bisher konnten wir in unserem Beruf mit unserem Privatleben nicht offen umgehen, ohne dabei berufliche Konsequenzen zu fürchten" - und damit soll nun endlich Schluss sein. Oft wird mit dem Markt argumentiert, der diese oder jene Lebensformen oder Figuren nicht akzeptieren würde. Oder wollen wir das nicht auch mal verändern? Coming-Out-Day Die berühmtesten Outings der Stars 11.10.2015, 11:31 Uhr Heute ist Coming-Out-Day: Die Liste der Stars, die sich offen zu ihrer Sexualität bekennen, wird immer länger. Es geht immer um die Attribute der Äußerlichkeit, wie ich aussehe. Nun gibt es aber auch Menschen, die sich nicht den Kategorien »männlich« oder »weiblich« zuordnen – was ist mit denen, die ein Dazwischen oder Jenseits leben wollen?Tucké Royale: Richtig, oft wird vergessen oder geleugnet, dass es Menschen gibt, die sich als nicht-binär verstehen und damit unabhängig von »männlich« und »weiblich« identifizieren. Habt ihr Tipps, wie ich die wieder entfernen kann? Es war großartig, ein erstes Engagement zu haben, aber doch auch verunsichernd. Das ist ja auch und war vor allem früher noch mehr das Profil des Gorkis, sich mit sich selber auseinanderzusetzen. So nach dem Motto, der geht nicht, der ist schwul! Es gibt also nie den richtigen Zeitpunkt. Wenn wir nicht sichtbar sind, wissen die Leute nicht, dass sie gerade einen homosexuellen Schauspieler sehen, der eine heterosexuelle Rolle spielt. Eva Meckbach: Oder Hauptkommissar?Tucké Royale: Oder Hauptkommissar. Täglich neue Gutscheincodes für Eletronik-Shops! Das sind die aktuellen stern-Bestseller des Monats, Sportfunktionär Walther Tröger ist gestorben, Gratis-MP3s zum Download: Musik sicher, legal und kostenlos. Ich habe schon auch große Angst mit diesem Interview hier, dass ich wieder was dafür tue, dass der Blick auf mich ein exotisierender Blick ist, durch den ich, auch wenn es gut gemeint ist, jetzt wieder nur Rollenangebote bekomme, die mich als Privatperson meinen. Das macht mich eng. Ich würde total gerne eine lesbische Charakterrolle spielen, denn das habe ich noch nie getan. In den Medien sollte die Realität so divers, wie sie in Wahrheit ist, dargestellt werden. Ich hatte das Gefühl, man gräbt nach Gold in meiner Biografie. Und das sehe ich nicht. Zum Beispiel Frauen, die mit einem Mann zusammen sind und dann merken: »Ah, jetzt bin ich einer Frau begegnet, die mich anzieht.« Meine erste Rolle war eine Postbotin, da war die Beschreibung: »wildes Haar, gelbes Kostüm«. 185 deutsche Schauspieler*innen feiern Coming-out für die Initiative #actout. Bei Klassikern wird oft vorgebracht, sie erfüllten einen Bildungsauftrag, seien auch für Schulklassen. Kann mir jemand einen Tipp geben? Ich merke, dass ich Komplexe bekomme von dem, was ich sehe. Ich spiele ständig eine Mutter, ohne jegliche Erfahrung zu haben, eine Mutter zu sein. Und was sagt das über mich? Wenn die Realität quasi hinter verschlossenen Türen stattfindet, dann ist es Zeit, dass die Türen aufgemacht werden.Godehard Giese: Ich kriege immer Probleme, wenn es um Identität in Bezug auf Homosexualität geht. Eine andere Freundin von mir sagt: Ich glaube, ich werde irgendwann diesen Schritt gehen, aber ich kann ihn noch nicht gehen, denn wenn ich ihn jetzt mit euch gehe, überhole ich mein eigenes inneres Tempo. Inhalt des Manifests. 185 deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler outen sich als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär oder trans*. Und als lesbische Frau, ist das noch stärker marginalisiert oder weniger sichtbar?Karin Hanczewski: Es wird einem als Frau in der Branche oft das Gefühl gegeben, dass es vor allem darum geht, »fuckable« sein zu müssen. Wie ist es als lesbische Schauspielerin – darf das anders sichtbar sein?Eva Meckbach: Na ja, erst mal gibt es viel mehr Schauspieler als Schauspielerinnen, die in bezahlten Jobs sind. Dies ist eine Liste offen homosexueller Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Dazu gehört, seinen Körper nicht zu verstecken. Und dann hat der Prozess begonnen, dass ich mich durch den Arbeitsort mit meiner Geschichte auseinandergesetzt habe. Ich sehe da keine Figuren, an die ich irgendwie andocken kann. Sagt da jemand bei Besetzungen: »Nee, ’ne Tunte will ich aber echt nicht in der Lover-Rolle haben!« Oder sagt jemand: »Mmh, nee, ein bisschen zu schillernder Typ?«Karin Hanczewski: Ich habe gerade erst mit einem Regisseur gesprochen, der mir erzählte, dass in Besprechungen oft der Satz fällt: »Der ist zu schwul, den besetze ich nicht!«Mehmet Ateşçi: Ich habe gehört: »Der ist aber schwul!« Das hat eine Casterin neben mir zu einem Regisseur gesagt, als Fotos eines anderen Schauspielers in meiner Gegenwart hin und her geschoben wurden.